9. Europäisches Filmfestival der Generationen: 18. bis 28. Oktober 2018

Neuer Teilnahmerekord - Das Festival findet in Fast 100 Städten und Gemeinden statt

Die Resonanz für die diesjährige Teilnahme am Europäischen Filmfestival der Generationen war überaus groß. Insgesamt nehmen fast 100 Städte und Kommunen in Deutschland teil, wobei über die Hälfte der Veranstalter aus der Region Rhein-Neckar kommen. Insgesamt werden 300 Filmveranstaltungen zwischen dem 18. und 28. Oktober stattfinden. Ein Grund für den Anstieg beruht auf einer Kooperation mit dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BaFZA), wodurch bundesweit über 30 Mehr-Generationen-Häuser für das Festival gewonnen werden konnten. Auch kamen über einen Aufruf des Landesseniorenrates Baden-Württemberg mehrere Seniorenräte als neue Teilnehmer hinzu.

Erfreulich sind auch die Entwicklungen in einigen Regionen, die erst seit 2017 dabei sind. So hat die Stadt Stuttgart aufgrund des letztjährigen Erfolgs im Stadtteil Vaihingen ihr Filmprogramm deutlich vergrößert und erstreckt sich nun auf auf fast alle Stadtteile. Zu zweiten Hochburg neben der Region Rhein-Neckar hat sich eine Region im hohen Norden gemausert - der Landkreis Havelland. Unter der Organisation der Demografie-Referentin des Landkreises, Sabine Kosakow-Kutscher, sinjd für dieses Jahr fast 40 Veranstaltungen in 14 Gemeinden geplant. Dabei strömten bereits 2017 zur Teilnahmepremiere über 700 Besucher zu den beiden Veranstaltungsorten Rathenow und Falkensee. Der große Zuspruch ermunterte nun den Landkreis das Festival mit weiteren dezentralen, niedrigschwelligen Veranstaltungen stark auszuweiten. Auffallend ist zudem der Zuspruch aus den neuen Bundesländern, wo mit Bestensee, Chemnitz, Greifswald, Halle, Markranstädt, Stendal, Zwickau weitere sieben Städte erstmals teilnehmen werden.

Insgesamt zeigt sich, dass das Festivalkonzept weiterhin und in verstärktem Maße auf eine große Resonanz zu stößt. Die Möglichkeit auch ohne Kinostätte vor Ort unterhaltsame Filme für alle Generationen zu präsentieren und dabei altersbezogene und zukunftsweisende kommunale Themen in einen Bürgerdiskurs zu bringen, ist offensichtlich auch für ländliche und strukturschwache Gebiete ein attraktives Veranstaltungsformat.

Für die beiden Hauptveranstalter, dem Kompetenzzentrum Alter am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg und dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main, ist diese positive Entwicklung Ansporn und Herausforderung zugleich, das Festival erfolgreich weiterzuentwickeln. So wird es im September erstmals auch in Delhi eine deutsch-indische Ausgabe des Festivals geben, das über ein universitäres Austauschprogramm des DAAD gefördert wird. Darüber hinaus findet während des Festivals eine wissenschaftliche Begleitung zum persönlichen Altersbild statt, umrahmt von mehreren intergenerativen Workshops in Mehr-Generationen-Häusern und Seniorenzentren.
Einziges Manko ist weiterhin die finanzielle Ausstattung des Festivals. Hier ist man immer noch auf der Suche nach Fördermitteln auf Bundes- und Länderebene.

Hinweis: Das gesamte Programm mit den Veranstaltungsorten wird bis Ende Juli erscheinen.

Kontakt: Dr. Michael Doh, doh@festival-generationen.de

 

Festivalkonzept

Das Festival präsentiert aktuelle deutsche und internationale Spiel- und Dokumentarfilme über das Alter, das Älterwerden und den demografischen Wandel. Dabei steht die Filmauswahl unter zwei Prämissen: Erstens sollen die Filme differenzierte Altersbilder vermitteln, die das Alter als eine entwicklungsdynamische Lebensphase zeigt, mit vielfältigen Potenzialen und Ressourcen für das Individuum und für die Gesellschaft. D.h. die Filme sollen auch Chancen und Möglichkeiten, Gewinne und Freiheiten des Alterns aufzeigen und nicht nur als Verlust und Krankheit und Last der Gesellschaft. Die zweite Prämisse: Die Filme sollen Inhalte transportieren, die zur Anschlusskommunikation und zum Dialog mit dem Publikum einladen. D.h. die Geschichten, Bilder, Werte und Figuren sollen die Möglichkeit bieten, auf die Welt des Zuschauers übertragbar zu sein. Von der großen Leinwand herunter auf die reale Gegebenheiten vor Ort, in der Kommune, in meinem zu Hause, in meiner Welt.

Von daher sind die Publikumsgespräche im Anschluss an die Filmvorführungen zentraler Bestandteil des Festivalkonzepts. Diese werden durch Fachexperten aus Praxis, Wissenschaft, Kommune und Politik geführt. Der Film dient sozusagen als Medium, als Kommunikationsmittel, um ins Gespräch zu kommen und Fragen aufzuwerfen: Über das eigene und das gemeinsame, heutige und zukünftige Alter/n. Es soll das Bewusstsein für den demografischen Wandel fördern wie auch die Bedeutung für ein aktives und gesundes Altern. Es soll den Dialog der Generationen fördern wie auch die Bereitschaft für bürgerschaftliches Engagement.


Kommunen können profitieren

Speziell um auch den Aspekt der Mitverantwortung, sozialen Teilhabe und Engagement zu fördern, geht das Festival gezielt neue Wege der Distribution. Neben den herkömmlichen kommerziellen Kinos werden auch Orte der Begegnung aufgesucht, die besonders für ältere Menschen niedrigschwellig zugänglich sind. So finden zahlreiche kostenlose Filmveranstaltungen in Bürgerhäusern, Schulen, Kirchen, Seniorenzentren, Krankenhäusern, Theatern, Pflegestützpunkten oder Mehr-Generationen-Häusern statt. Dabei kommen ausgewählte Filme zum Einsatz, die für den Veranstalter, das Quartier oder die Kommune themenrelevant und zukunftsträchtig sind. Mit diesem kulturellen Angebot im lokalen Raum werden nicht nur soziale Teilhabe älterer Menschen und nachbarschaftliche Beziehungen gestärkt, die Kommunen profitieren von einer sich verstärkenden Vernetzung und Kooperation von kommunalen, lokalen und sozialen und bürgerschaftlichen Akteuren.


Publikation über das Filmfestival

Kempa, S. (2016): Gereift: Das Kino entdeckt ältere Menschen. Heilberufe - Das Pflegemagazin, 68(12), 54-56.