17. Europ. Filmfestival der Generationen (01.10. bis 30.11.2026)
Wir begrüßen Sie herzlich zum 17. Europäischen Filmfestival der Generationen, das zwischen dem 1. Oktober und 30. November bundesweit in über 150 Städten und Gemeinden stattfindet. Mit 39 Spiel- und Dokumentarfilmen, darunter neun Festivalpremieren und über 370 Veranstaltungen ist es das größte und vielfältigste Programm seit Bestehen des Festivals. Ein Drittel aller Veranstaltungen kommen aus der Metropolregion Rhein-Neckar; die größten Veranstalter sind dieses Jahr Frankfurt am Main (24 Veranstaltungen), Falkensee aus dem Havelland (17) und Karlsruhe (16).
Mit „All Inclusive“ gibt es eine informative Dokumentation über vier Sportler:innen mit geistiger Beeinträchtigung auf den Weg zu den Special Olympics. In einer weiteren Dokumentation geht es um die Rechte der Frauen: „Ein Tag ohne Frauen“ beleuchtet sehr unterhaltsam die historische Zeitenwende auf Island, als an einem Tag nahezu alle Frauen die Arbeit niederlegten. Speziell für Kinder und Schulen (aber auch passend für Familien und Ältere) geht Checker Tobi wieder auf Bildungs- und Entdeckungsreise bei der Suche nach der „heimlichen Herrscherin der Erde“. Und der eindringlich gespielte Flim „Heldin“ dokumentiert eindrucksvoll den Pflegenotstand anhand eines Arbeitstags einer Pflegefachfrau in einem Schweizer Akutkrankenhaus.
Die weiteren fünf neuen Spielflime unterstreichen die Vielfalt und Diversität des Alterns: Darunter „Es sind die kleinen Dinge“ mit über 40 Auffphrungen. In der französischen Komödie geht es nicht nur um das Lesen- und Schreibenlernen im Alter und den Dialog der Generationen; es ist ebenso eine Hommage an die Dorfgemeinschaft und die Solidarität. In einer weiteren französischen Komödie „Bon Voyage“ unternimmt eine sterbenskranke Großmutter – unter falschem Vorwand – gemeinsam mit Sohn, Enkelin und ihrem Pfleger eine letzte Reise. Auch in „Die Ironie des Lebens“ geht es um eine sterbenskranke Frau (Corinna Harfouch), die ihren Ex-Mann, einen frustrierten Comedian (Uwe Ochsenknecht) wiedertrifft und beginnt, mit ihm das Leben zu genießen. Aus dem Iran stammt das kleine Filmjuwel „Ein kleines Stück vom Kuchen“, ein bittersüßer Liebesfilm über eine ältere Witwe, die einen älteren Taxifahrer kennenlernt und mit ihm einen unvergesslichen Abend verbringt. Und mit dem Roadmovie „Cloudburst“ aus Kanada präsentieren wir den vielleicht besten Film über lesbische Liebe im Alter! Zudem finden Sie in der Liste weitere 30 „Klassiker“ aus den Vorjahren des Filmfestivals.
Mit diesem vielfältigen Programm greift das Festival auch dieses Jahr wieder zukunftsrelevante Themen auf wie Demographischer Wandel und Altersbilder, Inklusion, Umweltbildung, Krieg und Migration und möchte dabei Begegnungen und Dialoge fördern zwischen Bürgerschaft, Generationen und Kulturen. Möglich wird dies durch die Veranstalter:innen, Kooperationspartner:innen und besonders durch die zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Akteur:innen, die mit ihrem Engagement das Filmfestival der Generationen so lebendig und erfolgreich machen. Ganz herzlichen Dank dafür!
Und nun wünschen wir Ihnen unterhaltsame und informative Filmveranstaltungen mit anregenden Begegnungen und Gesprächen!
Prof. Dr. Michael Doh
Katholische Hochschule Freiburg
Matthias Roos (in Rente)
ehemals Gesundheitsamt Frankfurt am Main
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Karte der Veranstaltungsorte2026
_________________________________________________________________________________Grußwort des Schirmherrn
Mit großer Freude begrüße ich Sie zum Europäischen Filmfestival der Generationen. Dieses Filmfestival verbindet eine Vielzahl von Ideen, von denen schon jede für sich genommen dem Festival besondere Bedeutung verleiht.
Um mit der ersten zu beginnen: Film. Der anspruchsvolle Film bietet die Möglichkeit, nicht nur vertraute Lebenswelten und Lebensstile aus unterschiedlichen, vielleicht auch ganz neuen Perspektiven zu betrachten, sondern sich auch auf neue, bis dahin nicht gekannte Lebenswelten und Lebensstile einzulassen – und damit noch mehr von der Vielfalt der Kulturen zu erfahren. Die zweite Idee: Festival. Festival meint immer auch öffentlichen Raum, in dem sich Menschen in ihrer Vielfalt begegnen und austauschen. Auf diesen Austausch und die damit verbundenen Begegnungen legt das Filmfestival großen Wert; dadurch leistet es zugleich einen wichtigen Beitrag zur vermehrten gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Teilhabe der Menschen - dies ist die dritte Idee des Filmfestivals. Die vierte: Generationen. Die Generationen sollen in einen schöpferischen Austausch treten, in dem das Generationenspezifische, aber eben auch das Generationenübergreifende erfahrbar und erlebbar werden. Dabei lässt sich das Filmfestival von der grundlegenden, fünften Idee leiten, dass in diesem Austausch Impulse für Demokratie, Offenheit und Toleranz liegen. Und schließlich die sechste Idee: Europa. Das Festival wirbt mit Konzeption und Ansprache für den Austausch zwischen Ländern, Gesellschaften, Kulturen – es sieht in seinem internationalen, europäischen Format ein großes Potenzial für die Verständigung zwischen Menschen aus unterschiedlichen europäischen Ländern und Regionen, wohlwissend, dass Kulturen immer mehr im Fluss sind und in Teilen miteinander verschmelzen. Diese Besinnung auf die europäische Idee gibt dem Filmfestival eine besondere Note - eben auch eine politische.
Das Filmfestival erfreut sich großer Beliebtheit, es zieht Jahr für Jahr eine wachsende Zahl von Menschen aus unterschiedlichen Generationen an, die nicht nur für die Auswahl der Filme dankbar sind, sondern auch und vor allem für den Austausch mit Anderen über die Filme. Ein wunderbares Stück Gesellschaft, Politik und Kultur, das Generationen zusammenführen und den Dialog zwischen den Generationen fördern möchte. Ein bedeutendes Thema dieses Dialogs, das sich wie ein Cantus firmus durch die vergangenen Filmfestivals zog und auch das diesjährige sowie die zukünftigen Filmfestivals bestimmen wird: Wir alle leben in Verantwortungsbezügen, nämlich in der Verantwortung für uns selbst, in der Mitverantwortung für andere Menschen, schließlich in der Mitverantwortung für unser Gemeinwohl, für unsere Demokratie, schließlich für die Schöpfung. Bei der Auswahl der Filme, und dies spricht mich immer besonders an, wird auf den Verantwortungsaspekt, wird auf die vier genannten Verantwortungsbezüge großer Wert gelegt.
Ich danke dem Nestor des Festivals, Herrn Prof. Dr. Doh, sehr herzlich für sein nicht nachlassendes, ungemein wertvolles Engagement und allen Einrichtungen, die an diesem Festival mitwirken, für ihre Offenheit und Kooperation. Ihnen als Gästen wünsche ich viele befruchtende Anregungen und die Erfahrung, im Film selbst wie auch im Gespräch über diesen viel zu gewinnen und ... zu geben.
Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse
Emeritus, Seniorprofessor distinctus, Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg
Kooptiertes Vorstandsmitglied der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen)
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Rückblick 16. Europ. Filmfestival der Generationen
Das 16. Europ. Filmfestival der Generationen ging Ende November zu Ende. Es war erneut ein großer Erfolg mit vielen gut besuchten Filmveranstaltungen und wertvollen Publikumsgesprächen. Zwischen dem 1. Oktober und 30. November 2025 nahmen 149 kommunale und regionale Veranstalter:innen am Filmfestival teil. Zu den 332 Filmvorstellungen kamen geschätzt über 12.000 Zuschauer:innen. Das Festival erreicht vorrangig ein älteres und weibliches Publikum: Der Altersdurchschnitt betrug 57 Jahre, 14 % des Publikums waren 80 Jahre und älter und drei Viertel Frauen. Die Veranstaltungen mit den Filmen und Publikumsgesprächen erhielten eine überaus positive Bewertung: 93 % der Filme und über 77 % der Gespräche wurden mit gut oder sehr gut benotet. Diese seit Jahren konstant gute Resonanz äußerte sich auch in der Einschätzung von 99,5 % der Befragten, das Festival wieder besuchen zu wollen bzw. sich wünschen, dass die lokalen Veranstaltungen weiterhin durchgeführt werden. Besonders Frauen und die Altersgruppe zwischen 20 und 69 Jahren schätzen das Festival. Die drei beliebtesten Filme waren "Britt-Marie war hier" (Note: 1,15), "Checker Tob ud die Flüsse (Note: 1,24) und "Song for Marion" und "Im Taxi mit Madeleine" (Note: je 1,25) sowie "Toni und Helene" (Note: 1,26) - wobei die 21 Filme besser als 1,5 bewertet wurden.
_________________________________________________________________________________Publikation über das Filmfestival
Kempa, S. (2016): Gereift: Das Kino entdeckt ältere Menschen. Heilberufe - Das Pflegemagazin, 68(12), 54-56.
Beitrag aus dem Magazin "Kulturräume - Das Kubia-Magazin, Ausgabe Juli 2014: Das Europäische Filmfestival der Generationen - Wie alles begann
