13. Europ. Filmfestival der Generationen - mit Rekordteilnahme

Grußwort der Festivalleitung

Wir begrüßen Sie herzlich zum 13. Europäischen Filmfestival der Generationen, das – wie nun jedes Jahr – bundesweit vom 1. Oktober bis zum 30. November stattfindet. Nach zwei schwierigen, von der Pandemie überschatteten Jahrgängen, scheint das Festival dieses Jahr von einer neuen hoffnungsfrohen Aufbruchstimmung gekennzeichnet zu sein.  Auch wenn für diesen Herbst erneut mit coronabedingten Unwägbarkeiten gerechnet werden muss, war die Resonanz in den Städten und Gemeinden so groß wie noch nie zuvor: Über 100 kommunale und regionale Veranstalter:innen, über 260 verschiedene Veranstaltungsorte und über 400 Filmveranstaltungen. Zum Vergleich: Zwischen 2019 und 2021 lag die Anzahl an Veranstaltungen jeweils zwischen 230 und 260.

Die größten Veranstalter sind hierbei wieder das Gesundheitsamt Stuttgart mit über 70 Veranstaltungen, das Demografie-Forum des Landkreises Havelland mit über 60 Veranstaltungen und das Gesundheitsamt Frankfurt am Main mit über 30 Veranstaltungen. Die umfangreichste Region stellt die Metropolregion Rhein-Neckar dar mit insgesamt 50 teilnehmenden Kommunen und über 90 Veranstaltungen.

Mit solch einem enormen Zuwachs haben wir als Gesamtveranstalter nicht gerechnet. Das freut uns sehr, da es auch eine Anerkennung und Akzeptanz für das Festivalprogramm und Festivalkonzept darstellt. Dafür ein ganz großes Dankeschön an alle beteiligten Kommunen, Städte, Gemeinden und Vereine und Organisationen Gleichwohl stellt es unser kleines Organisationteam vor noch größere Herausforderungen.

Das Filmfestival ist seit diesem Jahr an der Katholischen Hochschule Freiburg angesiedelt; es besteht aber weiterhin eine Kooperation mit dem bisherigen Gesamtveranstalter, dem Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg. Es ist ein sozio-kulturelles, nicht-kommerzielles Filmfest, das die Begegnung und den Dialog zwischen Bürger*innen, Generationen und Kulturen fördern möchte. Hierzu passend werden dem Publikum Filme präsentiert, die zum Dialog über zukunfts- und kommunalrelevante Themen einladen sollen wie z. B. Alter/n, Demografischer Wandel, Klimawandel, Migration, Inklusion und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Dieses Jahr umfasst das Gesamtprogramm 30 Filme, davon acht Festivalpremieren. Dabei wurde das thematische Spektrum erweitert, denn erstmals steht auch ein Kinderfilm im Programm: „Max und die wilde 7“. Dieser prämierte Film über einen Jungen, der gemeinsam mit einer Seniorenclique einen Dieb fangen will, bietet beste Unterhaltung für Jung & Alt. Mit „Aufschrei der Jugend – Fridays for Future Inside“ und „Wir alle. Das Dorf“ finden sich zwei Dokumentarfilme, bei denen sich jüngere und ältere Bürger*innen für eine nachhaltige Zukunft engagieren. Zeit- und Familiengeschichte aus der Sicht von vier Frauengenerationen eröffnet die faszinierende Doku „Walchensee Forever“. Und in „Mitgefühl“ aus Dänemark wird „Umsorgung“ als ein besonderes Pflegekonzept im Umgang mit Menschen mit Demenz vorgestellt. Zudem haben wir drei neue Liebesfilme im Angebot: „Mit Herz und Hund“ kommen sich in London zwei ältere Hundebesitzer bei ihren gemeinsamen Spaziergängen immer näher, während bei „Supernova“ ein schwules Paar sich auf einer Reise durch England mit dem Thema Demenz und Selbstbestimmung auseinandersetzen muss. Einen berührend schönen Film über eine Langzeitbeziehung zwischen Liebe und Existenzängsten zeigt „Hope“ aus Norwegen.  Erneut gibt es wieder ein Kurzfilmprogramm junger Filmamateure zum Thema Alter/n (Preisträger beim „Deutschen Generationenfilmpreis“) sowie beliebten Klassikern der letzten Festivaljahre, wie z. B. „Die Herbstzeitlosen“, „Ein Mann namens Ove“, „Romys Salon“ und „Monsieur Pierre geht online“.

Wir wünschen Ihnen erfolgreiche Filmveranstaltungen mit interessanten und anregenden Begegnungen und Gesprächen!

Prof. Dr. Michael Doh
Katholische Hochschule Freiburg

Matthias Roos
Gesundheitsamt Frankfurt am Main

Kontakt: Prof. Dr. Michael Doh: doh[at]festival-generationen.de.

 

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Karte der Veranstaltungsorte 2022

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Trauer um Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ursula Lehr

Ursula LehrAm 25. April ist Prof. Ursula Lehr im Alter von 91 Jahren verstorben. Sie galt als Gerontologin der ersten Stunde in Deutschland und prägte als Gründungsdirektorin des Instituts für Gerontologie und des Deutschen Zentrums für Alternsforschung an der Universität Heidelberg sowie als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (1988-1991) jahrzehntelang die Alternsforschung in Deutschland und international. Die Förderung eines eines aktiven und zufriedenen Alterns und die Vermittlung positiver und differenzierterer Altersbilder waren ihr immer wichtige Anliegen. Auch deshalb war sie eine Förderin des Filmfestivals und unterstützte es von Beginn an als Schirmherrin. Erst 2010 übergab sie diese Funktion an Franz Müntefering ab, der ihr auch als BAGSO-Vorsitzender nachfolgte. Wir sind Ihr außerordentlich dankbar und betrauern sehr ihren Verlust.

Prof. Dr. Michael Doh und das gesamte Festivallteam

Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG): Nachruf auf Frau Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ursula M. Lehr

 

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Festivalkonzept

Das Europäische Filmfestival der Generationen ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe der Universität Heidelberg, die dem Publikum aktuelle Filme zu den Themen Alter, Demografischer Wandel und Zukunftsfragen wie Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Klimawandel präsentiert. Durch moderierte Filmgespräche soll der Dialog zwischen den Bürger*innen wie auch zwischen Generationen und Kulturen gefördert werden.

Das Festival wurde im Jahr 2010 in Frankfurt/Main und Heidelberg gegründet und erhielt aufgrund des überzeugenden Konzepts 2013 den Deutschen Alterspreis der Robert Bosch Stiftung. 2019 fand das Filmfestival in über 100 Städten und Gemeinden statt und hatte etwa 14.000 Zuschauer – davon waren über 70 Prozent Personen ab 60 Jahre. Das Festival erfreut sich wachsender Beliebtheit, wobei besonders die niedrigschwellige kommunal- und stadtteilorientierte Zugänglichkeit und die Kombination aus anregender Filmunterhaltung und konstruktivem sozialen Austausch geschätzt werden.

Das Besondere am Europäischen Filmfestival der Generationen ist das Festivalkonzept. Es lässt sich in vier Punkten zusammenfassen:

▪ Europäisch: Es werden überwiegend Filme aus dem europäischen Kulturraum gezeigt. Hierzu stellt die Festivalleitung jedes Jahr eine Liste von etwa 30 Filmen zusammen, aus denen die Veranstalter auswählen können. Der Fokus der Filme liegt auf altersbezogenen Themen, die aber auch einen aktuellen kommunalpolitischen Bezug haben können: z.B. Wohnen im Alter, soziale und digitale Teilhabe im Alter, Pflege und Gesundheitsversorgung, Sport und Aktivität, Musik und Kreativität, aber auch Themen wie Integration und Migration, Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Klimawandel.

▪ Dezentral: Das Europäische Filmfestival der Generationen ist eine dezentrale sozial-kulturelle Veranstaltungsreihe, die den bürgerschaftlichen Austausch auch in „kinofreien“ Gemeinden und Quartieren fördern möchte. Daher besteht grundsätzlich die Möglichkeit neben kommerziellen Veranstaltungen in Kinos, auch nicht-kommerzielle Veranstaltungen in lokalen Begegnungsstätten oder Senioren- und Jugendeinrichtungen durchzuführen.

▪ Barrierefrei: Gewünscht ist, dass die Veranstaltungen in niederschwelligen Veranstaltungsorten (barrierefrei und quartiersnah) stattfinden. Es sollen möglichst alle Personengruppen problemlos Zugang finden. Auch durch die Preisgestaltung sollen keine Barrieren errichtet werden (nicht-kommerzielle Veranstaltungen sind für die Zuschauer kostenfrei).

▪ Dialog: Fester Bestandteil einer Festivalveranstaltung ist ein moderiertes Publikumsgespräch im Anschluss an die Filmvorführung. Die örtlichen Veranstalter sind aufgefordert, hierzu Fachleute aus der Praxis oder Wissenschaft, aus Kommune oder Politik einzuladen, die im Dialog mit dem Publikum das Filmthema besprechen und vertiefen. Zu einigen Themenfelder gibt es auch Handreichungen und Materialien, die eine mittel- und längerfristige Bearbeitung von Themen ermöglichen.


Kommunen können profitieren

Das Filmfestival bietet für Kommunen ein innovatives und zugleich niedrigschwelliges Instrument sich mit der Bürgerschaft zu aktuellen und zukunftsrelevanten Themen auszutauschen. Durch das spezifische Festivalkonzept können kommunalrelevante Aspekte wie Begegnung und Austausch zwischen Generationen und Kulturen gefördert werden und damit auch bürgerschaftliche Partizipation, soziale Teilhabe, Inklusion und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Neben dem klassischen Kino als Veranstaltungsort bieten sich auch nicht-gewerbliche, kostenlose Filmveranstaltungen im Quartier bzw. im Wohnviertel an. Hierdurch können insbesondere mobil beeinträchtigte Menschen, Personen im hohen Alter oder auch sozialbenachteiligte Personengruppen erreicht werden. Als Beispiele für Veranstaltungsorte, die sich über die Jahre gut bewährt haben, seien genannt: Bürgerhäuser, Mehrgenerationenhäuser, Bibliotheken, Senioren- und Jugendzentren, Altenheime, Schulen, Kirchen oder auch Pflegestützpunkte. Dabei kommen ausgewählte Filme zum Einsatz, die für die Kommune bzw. das Quartier themenrelevant und zukunftsträchtig sind. Mit diesem sozio-kulturellen Angebot im lokalen Raum kann gezielt auch soziale Teilhabe und Inklusion benachteiligter Personengruppen gestärkt werden. Zudem können über solche Veranstaltungen nachbarschaftliche Strukturen, kommunale Vernetzungen und Kooperationen gefördert werden.

 

Publikation über das Filmfestival

Kempa, S. (2016): Gereift: Das Kino entdeckt ältere Menschen. Heilberufe - Das Pflegemagazin, 68(12), 54-56.